AGC Technovation Center, Gosselies

AGC Technovation Center


Raum für neue Ideen

Hochqualifizierte Mitarbeiter entwickeln mithilfe moderner Forschungstechnik in hochtransparenter und heller Glasarchitektur echte Innovationen – das war die Grundidee, die AGC Glass Europe beim Bau des neuen „AGC Technovation Centers“ verfolgte. Assar Architects und die Fassadenbauer von Groven+ setzen sie erfolgreich um: Inzwischen ist das Gebäude, namentlich ein Hybrid aus „Technology“ und „Innovation“, im Belgischen Gosselies in Betrieb. Die offenen Ebenen fördern die Interaktion und sorgen für hohe Arbeitseffizienz. Die aufwändige Fassade ist, ebenso wie viele innenarchitektonische Bereiche des Gebäudes, mittels modernster Glas-Technologie gestaltet. Unter anderem sorgen sechs verschiedene Typen Architekturglas für effektiven Sonnenschutz und optimale Wärmedämmung. Deshalb und durch den Einsatz von rund 240 Quadratmetern gebäudeintegrierter Photovoltaik (GIPV), verfügt das Gebäude über eine ausgeglichene Energiebilanz.

Das alte Zentrum für Forschung und Entwicklung im belgischen Jumet war längst nicht mehr „state of the art“ – weder technisch, noch architektonisch. Die Abteilungen des Unternehmens waren auf drei Gebäudeflügel und mehrere Ebenen verteilt, die Interaktionsmöglichkeiten unter den Mitarbeitern einschränkte. In Gosselies, in der Nähe des bestehenden Standortes und mehrerer AGC Produktionszentren, entstand deshalb das neue „AGC Technovation Center“, regional verankert im Charleroi, inmitten eines dynamischen Industriegebietes.

Konzipiert für effektive Interaktion

Auf einer Bürofläche von 20.000 Quadratmetern beherbergt das AGC Technovation Center rund 260 Mitarbeiter, die ursprünglich im alten F&E-Zentrum Jumet, im Automobilglaslabor Fleurus, im Engineering in Moustier-sur-Sambre und weiteren Segmenten des Unternehmens tätig waren. Alle Arbeitsplätze verteilen sich auf zwei offen angelegte Büroebenen, die über Atrien mit den Labors, dem Lager und einigen Testlinien im Untergeschoss des Gebäudes verbunden sind. Die Forschung und Entwicklung gliedert sich in Abteilungen, die mit den Forschungsgebieten korrespondieren. Projektarbeit findet meist teamübergreifend statt, um das interdisziplinäre Arbeiten zu verstärken. Ehemalige Grenzen wurden aufgehoben, Raum wurde gewonnen und der Teamgeist sowie der Austausch mit dem Engineering gestärkt. In allen Segmenten gibt es trotz des auf Offenheit angelegten Konzeptes auch Rückzugsbereiche, zum Beispiel für ungestörte Telefonate oder Meetings: 58 Sitzungsräume stehen zur Verfügung, darunter 43 „Bubbles“, kleine Räume mit Platz für zwei bis sechs Personen. Jede Abteilung verfügt zudem über einen Komfortbereich mit Sofas. Die Telefon- und IT-Anlagen wurden so eingerichtet, dass jeder ständig verbunden bleiben kann. Akustiklösungen dämmen die Geräusche. Und letztlich lädt eine Cafeteria zum regen Austausch in den Mittagspausen ein. Die Rückmeldungen aus der Belegschaft sind sehr positiv, denn die Kommunikationsstrukturen haben sich nachhaltig verändert: Wo früher oft Mitarbeiter einer Abteilung nicht wussten, was eine andere Abteilung tut, werden nun kreative Ideen ausgetauscht.

Glasarchitektur: Natürlich viel Tageslicht

Das Gros der Fassaden und weite Teile der Innenarchitektur bestehen aus Glas: Hohe Transparenz sorgt für vitalisierendes Tageslicht in den Räumen. Zudem soll die helle Glasarchitektur inspirierend auf die Forschungsmitarbeiter wirken und gleichzeitig repräsentativer Spiegel des Unternehmens sein, gewissermaßen ein riesiger „Showroom“ für Glasinnovation. Sechs Typen Architekturglas, insgesamt 4.000 Quadratmeter, bekleiden etwa 50 Prozent der Fassadenfläche. Der größte Teil davon: Das Sonnenschutzglas Stopray Ultra-50 auf Clearvision (eisenarmes Floatglas) mit Dreifach-Silberbeschichtung. Hiermit sind auch die Brüstungen versehen, die zusätzlich eine opake Blackpearl-Beschichtung tragen. Stopray Ultra-50 bietet eine effektive Wärmedämmung von Ug = 1,0 W/(m²K). Mit einem g-Wert von niedrigen 23 Prozent schützt das Glas exzellent vor raumaufheizenden Sonnenstrahlen – das senkt den Klimatisierungsbedarf. Durch die hochwertige Dreifach-Silberbeschichtung der großformatigen Verglasungen gelangen trotzdem 49 Prozent des Tageslichts in die Räume, so dass künstliche Beleuchtung erst spät zugeschaltet werden muss.

Die Kraft der Sonne wird an anderer Stelle aktiv zur Energiegewinnung genutzt: AGC verbaute 240 Quadratmeter „SunEwat XL“ – ein Verbundglas mit eingebetteten Photovoltaikzellen (GIPV). Es produziert aktiv Strom über die Fassade und verfügt über eine erhöhte Beständigkeit gegenüber Temperaturen von bis zu 100 Grad Celsius. Darum kann es sogar in unbelüfteten Brüstungen eingesetzt werden, was die Möglichkeiten der Energiegewinnung enorm steigert. Der Einsatz dieser Module leistet für Architekten einen wertvollen Beitrag zum Erhalt von Punkten bei der LEED-Zertifizierung (bis zu sieben Punkte in der Kategorie „Renewable Energy Production“) sowie beim Zertifizierungssystem BREEAM International New Construction (bis zu zwei Punkte in der Kategorie „Low and Zero Carbon Technologies“).

Weitere Teile der Fassade sind mit 350 Quadratmetern des vorspannbaren Designglases Lacobel T Cool White auf Clearvision und 850 Quadratmetern Colorbel (grau emailliertes Glas) bekleidet. Im Innenhof kommen in der zweiten Etage „Smart Windows“ mit dimmbarer Verglasung zum Einsatz, deren Tageslichttransmission und g-Wert auf Knopfdruck variabel einstellbar sind. Um den Sonnenschutz auf der Westseite des Gebäudes zusätzlich zu verstärken, wurden hier, rechtwinklig zur Fassade, Lamellen aus grünem, azurblauem und grauem Planibel-Floatglas, verbaut. Im Innenraum wurde über dem Eingang Brandschutzglas eingesetzt. Viele weitere Teile des Gebäudes wurden mit Designglasprodukten veredelt: farbig lackiertes Lacobel, satiniertes Matelac, Colorbel und Artlite Digital. Aus repräsentativen Gründen wurde der komplette Eingangsbereich als Ausstellungsfläche, unter anderem mit beleuchteten Exponat-Tischen gestaltet. Besondere Projekte und Prototypen werden ausgewählten Kunden im „Discovery Room“ präsentiert.

Letztlich bleibt wohl den meisten Besuchern besonders ein Gedanke haften: Das AGC Technovation Center ist Synonym für Modernität, Kommunikationsfreude und offenen Raum. Einen bewegten Einblick erhalten Interessierte übrigens auch über den YouTube-Kanal des Unternehmens:
www.youtube.com/user/yourglass

 

Die Fassade des Technovation Centers ist vor allem eine Kombination aus SunEwat XL (GIPV) und Stopray Ultra-50 on Clearvision: Exzellente Wärmedämmung, effektiver Sonnenschutz und aktive Energiegewinnung.
Foto: AGC Glass Europe

Die Westseite der Fassade ist bekleidet mit Lacobel T Cool White on Clearvision und grauem Colorbel. Die grünen, grauen und azurfarbenen Lamellen sind rechtwinklig zur Fassade angeordnet und sorgen für zusätzlichen Sonnenschutz.
Foto: AGC Glass Europe

Die Außenhaut der Fassade besteht aus 240 Quadratmetern GIPV: SunEwat XL ist ein Verbundglas mit eingebetteten Photovoltaikzellen.
Foto: AGC Glass Europe