Helsinki Music Hall, Helsinki

Lebendiges Kulturcenter aus Glas


Ganzjährig geschützt mit 3.600 m2 Dreifach-Wärmedämmglas und ipasol Sonnenschutz / Glas macht Musik 

Helsinki liegt auf demselben Breitengrad wie die Südspitze Grönlands, an der Küste des finnischen Meerbusens. Hier sind Temperaturen unter minus 15 Grad Celsius keine Seltenheit und auch das Jahresmittel von 5 Grad verwöhnt die rund 600.000 Einwohner nicht mit viel Wärme. In diesem Klima entsteht zurzeit die neue Helsinki Music Hall – als hochtransparenter Kubus aus Glas. Was unter dem Gesichtspunkt der Wärmedämmung gewagt erscheint, machen LPR Architects und der Fassadenbauer Normek Oy mit Dreifach-Wärmedämmglas von Interpane möglich. 3.600 Quadratmeter iplus neutral E schützen die Halle effektiv vor dem Auskühlen. Weil das Thermometer im kurzen Sommer auch auf über 30 Grad klettern kann, spielt auch der Schutz vor Überhitzung eine Rolle. Dies lösten die Planer mit dem Einsatz von ipasol neutral (70/39).


Das alte Kultur-Herz Helsinkis, die Finlandia Hall aus den 1970er Jahren, ist nicht mehr zeitgemäß – sie weist erhebliche akustische Mängel auf. Daher entschied sich die Stadt gemeinsam mit der Helsinki Music Centre Foundation für einen modernen Neubau und startete das 140-Millionen-Euro-Projekt „Helsinki Music Hall“. Ab Sommer 2011 bietet sie im großen Konzertsaal Platz für 1.700 Musikfreunde und jeweils bis zu 400 in fünf weiteren Sälen. Darüber hinaus wird der Bau das Helsinki Philharmonic Orchestra und das Finish Radio Symphony Orchestra sowie die Sibelius Akademie beherbergen, eine Musik-Universität für rund 1.500 Stundenten und 400 Lehrer. Hinzu kommen eine umfangreiche Bibliothek sowie Cafés und Restaurants.

Glasarchitektur: offen, transparent, anziehend
 
Das Grundkonzept der Multifunktionshalle: Durch Offenheit und Transparenz soll sie zu einem lebendigen kulturellen Treffpunkt für jedermann werden. Auch deshalb wurde sie im beliebten innenstadtnahen Stadtteil Töölönlahti errichtet, genau auf dem Weg vom Bahnhof in Richtung „Mannerheimintie“, der 5,5 Kilometer langen Prachtstraße Helsinkis. Die Konzertsäle sind komplett von einem großzügig angelegten Foyer umgeben, in einem strahlend hellen Kubus aus Dreifach-Wärmedämmglas (iplus neutral E). Das eingesetzte Weißglas und die neutralen Funktionsbeschichtungen sorgen für einen farblich unverfälschten Blick von Innen nach Außen und schützen das Gebäude vor Wärmeverlusten bei niedrigen Außentemperaturen. Große Teile der West-, Süd-, und Ostseite der Glasfassade sind zudem mit einer ipasol neutral (70/39) Sonnenschutzbeschichtung ausgestattet, damit die Halle im Sommer nicht zur Sauna wird – auch wenn diese in Finnland besonders beliebt ist.

Konstruktionsplanung mit hohen Anforderungen

Die Konstruktionsplanung der Helsinki Music Hall war besonders schwierig: Zum einen gräbt sich der große Konzertsaal bis zu 14 Meter in die Erde, um wichtige bestehende Sichtachsen nicht zu unterbrechen – die Halle steht zwischen der alten Finlandia Halle, dem Kiasma Museum of Contemporary Art, direkt gegenüber des finnischen Parlaments. Gleichzeitig liegt der Grundwasserspiegel am Rande der Töölö-Bucht sehr hoch, weshalb der unterirdische Gebäudeteil als weiße Wanne ausgebildet werden musste. Die nahe gelegenen und viel befahrenen Straßen steigerten die Anforderungen an die Schalldämmung – zudem mussten Schwingungen und Erschütterungen gedämpft werden. Deshalb wurden alle Konzertsäle mit unterstützenden Schwingungsdämpfern in das übrige Gebäude „eingehängt“ – inmitten der großflächigen Ganzglasfassade, die mit 60 Zentimeter breiten und bis zu 6 Meter hohen massiven „Glasschwertern“ zusätzlich stabilisiert wird.

Punktgehalten oder Structural Glazing

Besucher betreten die insgesamt 36.000 Quadratmeter Nutzfläche durch das umlaufende Foyer. Es bietet Ausblick zu allen Seiten, sogar in den Himmel durch die gläserne Dachfläche. Viel Licht, Schutz vor Kälte und Sonne, minimaler Einsatz von Stahl und trotzdem eine stabile Struktur – so lauteten die konstruktiven Anforderungen. Der Großteil der Fassadenverglasung ist deshalb punktgehalten und durch groß dimensionierte Glasschwerter aus Verbundsicherheitsglas stabilisiert: Zwei 15 mm dicke, 60 cm breite und 6 Meter lange ESG-Scheiben (Heat-Soak getestet nach EN 14179) aus extrem transparentem Weißglas, mit einer 1,52 mm dünnen klaren PVB-Folie laminiert. Am Eingang und in der zentralen Dachfläche weicht die Punkthaltung der Verglasung aus optischen und funktionalen Gründen der Technik des Structural Glazing.

Der Aufbau der Fassadenverglasung variiert je nach räumlicher Ausrichtung. Insgesamt kommen 14 Varianten zum Einsatz. Das Erdgeschoss ist im Süden, Osten und Westen des Kubus z.B. folgendermaßen aufgebaut:

· Außenscheibe: 10 mm ESG, Weißglas mit ipasol neutral 70/39 Sonnenschutzschicht
· Scheibenzwischenraum: 15 mm
· Mittelscheibe: 8 mm ESG, Weißglas
· Scheibenzwischenraum: 15 mm
· Innenscheibe: 6.6.4 mm VSG, Weißglas mit iplus neutral E Wärmedämmschicht

In den höher gelegenen Teilen der Fassade bestehen die Innenscheiben aus Einscheibensicherheitsglas (ESG). Im Norden weicht die ipasol Sonnenschutzschicht einer zusätzlichen Wärmedämmbeschichtung (iplus neutral E). Durch den Einsatz von Weißglas und der effektiven Funktionsbeschichtungen profitiert die Halle im Inneren von einer neutralen Durchsicht (Ra,D bis zu 97 Prozent), hoher Tageslichttransmission (TL bis zu 74 Prozent), exzellenter Wärmedämmung und  Sonnenschutz. Der Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert) variiert in der Gebäudehülle von 34 Prozent (zentrale Dachverglasung) bis 52 Prozent (Erdgeschoss mit Nordausrichtung). Der Wärmedämmwert (Ug-Wert) erreicht fast in allen Teilen der Fassade 0,7 W/m2K und schützt das Gebäude so exzellent vor dem Auskühlen. Die ausgefeilte Dreifachverglasung dämmt zudem den Schall sehr effektiv – mit bis zu 43 dB (RW).

Das großzügige Foyer der Helsinki Music Hall ist von Tageslicht durchflutet. 3.600 m2 Dreifach-Wärmedämmglas (iplus neutral E) schützt im Winter vor dem Auskühlen. Im Sommer reduziert ipasol (70/39) die Klimatisierungskosten.
Foto: LPR Arkkitehdit Oy

Im winterlichen Helsinki entsteht die moderne „Musiikkitalo“. Die Fassade bietet effektive Wärmedämmung und Sonnenschutz.
Foto: Interpane

Im Detail: Die punktgehaltene Ganzglasfassade.
Foto: Interpane