Weltstadthaus, Köln

Gläserne Haut

Interpane, Weltstadthaus

Fließend, transparent, anatomisch – so schmiegt sich das „Weltstadthaus“ von Renzo Piano an die Ecke Antons- / Schildergasse im Zentrum von Köln. Mit seinem modernen Entwurf treibt der Stararchitekt die Stilrichtung der „Blobs“ voran. Das organisch geformte Bauwerk wirkt harmonisierend auf die pulsierende Einkaufsmeile. Die eigenwillige Gebäudehülle aus Glas und Holz ist gleichermaßen architektonische Vision und technische Herausforderung. Um die außergewöhnliche Form mit hoher Funktionalität zu verbinden, entwickelten die Planer eine aufwändige Fassadenkonstruktion – ummantelt mit ipasol natura 67/34 (Interpane).

„Architektur auf höchstem internationalen Niveau“ lautet der Anspruch des Bauherren Peek & Cloppenburg an seine „Weltstadthäuser“. Jetzt setzte Renzo Piano in Köln seine Idee eines Kaufpalastes unter schwierigen städtebaulichen Bedingungen um. Zwischen belebter Shoppingmeile und stark befahrener Verkehrsader, umringt von Betonfassaden der 70er Jahre und in Nachbarschaft einer spätgotischen Kirche, gleitet seine eigenwillige Konstruktion aus Glas und Holz dahin.

Ein „schlafender Wal“

Wie ein gläserner Wal, der eine Klippe umschlingt, zeigt sich der optisch zweigeteilte Bau. Der gläserne Teil von 130 Metern Länge und bis zu 34 Metern Höhe ist angelehnt an die Orangerien des 19. Jahrhunderts. „A modern building with however a clear reference to tradition, through the use of wooden arches and glass“, umschreibt es der Architekt. Basis für das Kaufhaus mit 22.000 Quadratmetern Grundfläche ist ein Stahlbetonbau. Darüber entfächert sich eine Holzkonstruktion – Träger und Formgeber der aus runden und elliptischen Querschnitten zusammengesetzten Glashülle.

Auf hölzernen Rippen

Vertikal, in Höhe des vierten Obergeschosses, lagert das Tragwerk der Dach- und Fassadenkonstruktion auf dem Stahlbeton-Skelett. Am Stahlfirstträger, dem dreidimensional geschwungenen „Rückgrat“ des Körpers, sind 66 Holzbinder rippenartig angebunden. Die Stützen setzen sich aus 60 Millimeter dicken und zwischen 160 und 220 Millimeter breiten Lamellen aus sibirischer Lärche zusammen. Nur jede vierte bis sechste dieser hölzernen Rippen ruht direkt auf den Rohbaustützen. Dazwischen bildet die Fassadenhaut eine selbsttragende Konstruktion.

An die Rundungen geschmiegt

Leicht und filigran umhüllt eine „geschuppte“ Fassade aus Stufenisolierglas in Elementbauweise die Designershops. Fast jede der nahezu 7.000 eingesetzten Scheiben ist ein Unikat – die einzelnen Fassadensegmente weichen in Winkeln und Maßen voneinander ab. Der CNC-gesteuerte Zuschnitt erlaubt es, den weichen Linien des Körpers zu folgen zusätzlich wurden die Isolierglaselemente im eingebauten Zustand leicht kalt verformt.

Echte Farben zeigen

Das Sonnenschutzglas ipasol natura 67/34 (Interpane) erfüllt die speziellen Anforderungen an ein zukunftsweisendes Kaufhaus: Helle, tageslichtdurchflutete Räume (tL = 67 %) und farbechte Präsentation von Kleidung und Accessoires. Besonders wichtig für einen entspannten Einkaufsbummel: Mit einem Gesamtenergiedurchlassgrad von 37 Prozent (EN 410) bei gleichzeitig hoher Wärmedämmung (1,1 W/m²K nach EN 673) reguliert ipasol natura 67/34 als „gläserne Haut“ die Temperatur im Inneren. Zusätzlich wurden im Erdgeschoss des Objekts rund 1.000 Quadratmeter Warmglas (iplus von Interpane) eingesetzt.

Foto: Erika Koch für Peek & Cloppenburg KG Düsseldorf

Seit dem 7. September 2005 zieht der gläserne „Blob“ in der Kölner Innenstadt Einkaufslustige in sein Inneres. Unter einer 4.900 Quadratmeter großen Glasfassade schuf Renzo Piano hochwertige Shoppingwelten.
Foto: Andreas Fechner für
Peek & Cloppenburg KG Düsseldorf

Ein „gläserner Wal“, gestrandet in der Kölner Innenstadt. Umringt von Betonfassaden der 70er Jahre strukturiert das Kaufhaus seine Umwelt neu und schafft einen Platz vor der Antoniterkirche.
Foto: Andreas Fechner für
Peek & Cloppenburg KG Düsseldorf

Konstruktion aus Holz und Glas – durch den Einsatz von ipasol natura 67/34 (Interpane) erfüllt die Gebäudehülle neben optischen Kriterien auch die funktionalen Ansprüche an ein Kaufhaus: angenehme Temperaturen und gute Farbwiedergabe.
Foto: Erika Koch für Peek & Cloppenburg KG Düsseldorf